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Der Weg der Milch vom Bauernhof in den Verarbeitungsbetrieb

Mit der Qualität der angelieferten Rohmilch steht und fällt die Produktqualität. Unsere Milchbauern produzieren diesen besten Rohstoff. Aber wie gelangt die Milch anschließend in den Verarbeitungsbetrieb?

Anlässlich unseres Praxisunterrichtes luden wir Herrn Alois Danler (Käsereifachmann, Unter-nehmer und Milchsammelwagenfahrer) zu uns an die Berufsschule ein um mit ihm, aus erster Hand, den Milchweg zu besprechen. Der TSW von Herrn Alois Danler verfügt über eine Kapazität von 12.500 Liter (5.000, 4.000 und 3.500 Liter) in drei Kammern. Das Kammersystem soll einen sicheren Transport gewährleisten und ein herumschwappen der Milch verhindern. Die Kosten liegen ca. bei 100.000 € für den LKW und weitere 100.000 € für den Aufbau.

Damit eine konstante Temperatur gehalten werden kann, ist der Tank doppelwandig isoliert. Daher wird keine Kühlung benötigt. Ein automatisches CIP Programm zum Reinigen des Tankwagens mit Lauge und Säure garantiert dessen Sauberkeit. Diese muss mindestens 1x pro Tag durchgeführt werden. Alle milchberührenden Schläuche werden zwei Mal im Jahr getauscht, da durch das erzeugte Vakuum und durch die Reinigung die Schläuche mit der Zeit porös werden. Dieser moderne TSW verfügt über ein GPS. Somit erkennt der Computer automatisch bei welchem Bauern der TSW ist und meldet dies in Echtzeit der Käserei.

Die Probennahme verläuft vollautomatisch. Einerseits eine kontinuierliche Probeentnahme für die Qualitätsbestimmung während des ganzen Saugvorganges und andererseits wird von jedem Bauern in eine gemeinsame Flasche eine Tropfenprobe der angesaugten Mischmilch für den Hemmstofftest gezogen. Die Zuordnung der Probenfläschchen erfolgt per Barcode. Nach 1-2 Stunden ist für den Bauern die gelieferte Milchmenge über spezielle Programme einsehbar. Das Probenlager (um die 6°C) im Tankwagen dient zur Ermittlung der wert- und qualitätsbestimmenden Merkmale der Milch sowie einem Test auf Hemmstoffe.

Das Ansaugen der Milch übernimmt eine Vakuumpumpe, das Weiterpumpen in die Tanks eine Kreiselpumpe. Beim Einsaugen der Milch wird die Temperatur gemessen und die Menge in Liter erfasst. Sollte die Temperatur nicht in Ordnung sein, stoppt die Milchansaugung automatisch. Bevor die Milch in der Käserei/Molkerei abgeladen wird, erfolgt der Hemmstoff-Schnelltest. Nur wenn dieser negativ ist, darf abgeladen werden. Abschließend durfte jeder Schüler eine Milchkanne voll Wasser selber einsaugen.

Praxisbericht und Text: 1f + 1g Klasse