Sie sind hier

Exkursionsbericht über den Besuch bei der Fa. Tirol Pack in Schlitters

Am 04.02.2019 besuchten wir im Zuge der Fachexkursion die Fa. Tirol Pack in Schlitters im Zillertal. Die Tirol Pack wurde 2015 durch Zusammenschließung von 10 Käsereien gegründet. Mittlerweile hat die Firma weitere sieben externe Kunden. 2017 erfolgte der Spatenstich für das Firmengebäude, welches im April 2018 fertiggestellt wurde.

Je nach Betriebsgröße müssen die beteiligten Käsereien pro Jahr eine Mindestmenge an Käse zur Abpackung anliefern. Die Tirol Pack ermöglicht dann eine kostengünstige Portionierung der verschiedensten Käse durch rationelles Arbeiten. In der Woche werden bis zu 120 Tonnen Käse verpackt. Die Verpackung erfolgt unter hohen, hygienischen Ansprüchen. Die Firma Tirol Pack verfügt über drei Lager (Rohware, Verpackungsmaterial, verpackte Ware). Die Anlieferung erfolgt über drei Rampen. Hier wird bereits geprüft, ob die Ware in Ordnung ist. Im Produktionsraum (mit Überdruck) sind sechs Linien vorhanden:

  • Großstückanlage

Bei der Großstücklinie können Laibe und Blöcke in verschiedenste Gewichtsklassen von 1,5 kg bis 7,5 kg geschnitten und verpackt werden. Die Käse werden per Vakuum-Jet bewegt.

  • Reibe

Käse wird auf ein Steigband aufgelegt. Das Steigband führt in die Holac. Dort wird der Käse per Druckluft vorgepresst. Anschließend kommt von hinten der sog. Stempel, der den Käse in die „Reibe“ (es gibt hier diverse Einsätze) presst. Die Käsestifte werden per Förderband in die Trommel befördert. Bevor der Käse in die Trommel gelangt, wird er mit Stärke bestäubt, um ein Verklumpen zu verhindern. Der Käse wird von hier zur Einwiegestation geleitet. Dort befinden sich insgesamt 28 Präzisionswaagen, die Gewichte von 150 g bis 10 kg, je nach Produktionsauftrag, dosieren. Anschließend wird der Reibkäse in Beutel verpackt. Bei gut eingestellter Maschine sind bei diesem Modell bis zu 85 Takte pro Minute möglich.

  • Slicer mit Tiefziehanlage

Blöcke werden von Hand mit dem Vakuum-Jet aufgelegt und zu Scheiben geschnitten. Es können nebeneinander bis zu drei Blöcke verarbeitet werden, die per hydraulischen Greifer zum Messer geführt werden. Das Messer schneidet die Blöcke mit bis zu 360 U/min. Dieses Messer ist ein sog. Flügelmesser, welches zwei Klingen besitzt. Die mögliche Taktzahl beläuft sich auf bis zu 120 Packungen pro Minute. Die Käsescheiben werden unter Schutzgasatmosphäre, welche jede halbe Stunde oder nach Austausch der Folie mit dem Oxybaby geprüft wird, verpackt.

  • Cut 27 mit Schlauchbeutelmaschine (zwei Linien)

Der Riegel wird per Hand aufgelegt. Er durchläuft zuerst einen Dichtetransmitter, wobei der Käse auf Verunreinigen im Käseinneren geprüft wird. Zwei Laser vermessen den Käse und errechnen die optimale Schnittdicke, um das gewünschte Gewicht von z. B. 250 g zu erreichen. Das Messer wird mit Druckluft betrieben (bis zu 110 Takte pro Minute). Käsestücke mit zu niedrigem Gewicht werden ausgeworfen. Der geschnittene Käse wird zur Schlauchbeutelanlage über ein Transportband gefördert.

  • Tiefziehanlage

Der bereits in Form gebrachte Käse wird per Hand in die Hartplastikform gelegt und mit einer Überfolie unter Schutzgasatmosphäre verschweißt. Der Vorgang des Begasens (N2 und CO2)wurde uns ebenfalls ansprechend erklärt. Begast wird, damit der Sauerstoff aus der Verpackung verdrängt wird, um ein Schimmeln des Käses zu verhindern. Alle Linien führen in den Verpackungs- und Etikettierraum. Hier werden die verpackten Käse von den einzelnen Linien in Kartonagen der jeweiligen Firmen per Hand verpackt. Natürlich gäbe es hierfür auch Maschinen, aber das ist im Moment lt. Auskunft der Betriebsleitung noch unrentabel.

Die Schüler und Schülerinnen der TFBS vom Standort Rotholz bedanken sich bei der Fa. Tirol Pack für die Betriebsbesichtigung recht herzlich.

Exkursionsbericht: Text und Ausarbeitung 1f Klasse