Vortrag über Wissenschaftsskepsis an der TFBS Kufstein

von Julia Szuchowszky
23. März 2026

Einen spannenden und zugleich nachdenklich stimmenden Vortrag erlebten zahlreiche Schülerinnen und Schüler der TFBS Kufstein beim Besuch des Journalisten und Buchautors Herbert Lackner. In seinem faktenbasierten Referat widmete er sich dem Thema Wissenschaftsskepsis und zeigte auf, warum wissenschaftliche Erkenntnisse trotz großer medizinischer Fortschritte immer wieder in Zweifel gezogen werden.

Dabei spannte er einen historischen Bogen bis in die Zeit von Napoleon Bonaparte. Schon damals entwickelte sich in Tirol eine gewisse Skepsis gegenüber Impfungen. Eine Rolle spielte unter anderem die Haltung der katholischen Kirche, die Krankheiten vielfach als gottgegeben betrachtete und Eingriffe in diesen „göttlichen Plan“ kritisch sah.

Besonders eindrücklich schilderte Lackner die dramatischen Folgen von Infektionskrankheiten in der Vergangenheit. Die Pocken forderten allein im letzten Jahrhundert weltweit bis zu 500 Millionen Todesopfer. Auch die Poliomyelitis – besser bekannt als Kinderlähmung – kostete viele Menschen das Leben oder führte bei Kindern und Jugendlichen zu lebenslangen schweren Beeinträchtigungen. Durch konsequente Impfprogramme konnten beide Krankheiten jedoch weitgehend zurückgedrängt beziehungsweise ausgerottet werden.

Umso unverständlicher sei es für ihn, so Lackner, dass trotz dieser medizinischen Erfolge heute noch große Skepsis gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen bestehe. Teilweise würden dabei abenteuerliche Verschwörungserzählungen verbreitet – etwa die Behauptung, durch Impfungen würden Chips eingesetzt oder Menschen würden bei Demonstrationen aus Hubschraubern oder sogar über Gullideckel „geimpft“.

Sein abschließender Appell an die Schülerinnen und Schüler war daher klar: Informationen stets kritisch prüfen und besonders bei scheinbar einfachen oder sensationslüsternen Erklärungen genau hinschauen.